Geschenke basteln mit Safttüte
Kunst in den 20er Jahren


Nach dem Ersten Weltkrieg, waren viele Künstler der neuen Weimarer Republik enttäuscht, desillusioniert und verarbeiteten ihre negativen Gefühle in ihren Kunstwerken. In den Zwanziger Jahren wurden größtenteils sozialkritische Themen in der Kunst angesprochen. Die Armut der Menschen, wie auch Kritik an dem politischen System, waren oftmals Thema der "Neuen Sachlichkeit" des Jahrzehnts. Man genoss eine große künstlerische Freiheit, und die Zensur erhielt erst 1933, mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, Einzug. Allgemein war dieses Jahrzehnt geprägt von vergleichsweise großer Freizügigkeit. Die Künstler zeigten weniger Scheu, in ihren Werken auch ihre tatsächlichen Gefühle auszudrücken, und fühlten sich weniger stark den gesellschaftlichen Konventionen unterworfen. Die Neue Sachlichkeit entwickelte sich in verschiedene Strömungen. Die angespannte Lage, schaffte außerdem Raum für innovative Ideen und extremere politische Strömungen. Auch kommunistisches Gedankengut, wurde über Kunstobjekte in der Weimarer Republik verbreitet. Der Verismus, der 1920 von Wilhelm Hausentein begründet wurde, galt als ein Art Sammelbecken für Kritiker der Gesellschaft und kommunistische Sympathisanten. Es entstanden zahlreiche Bilder, die die immer größer werdende Kluft zwischen den Proletariern und der reicheren Oberschicht, den Kriegsgewinnern, darstellte. Der Verismus war stark mit dem Pazifismus verwoben. Viele Künstler, wie beispielsweise Käthe Kollwitz, setzten sich nach dem Weltkrieg stark für ein friedliches Miteinander ein, und trugen diesen Wunsch in ihren Bildern nach außen. Als weitere Richtung der Neuen Sachlichkeit, gilt auch der Magische Realismus, der reale Situationen mit optischen Täuschungen, Halluzinationen und Traumelemente vermischte. Diese Strömung überlebte auch die Zeit des Nationalsozialismus, und fand auch bei Künstlern große Beliebtheit, die selbst erst in oder nach den Zwanziger Jahren geboren wurden, wie zum Beispiel Werner Tübke (1929 bis 2004). Zahlreiche Künstler fühlten sich auch weiterhin Kunstrichtungen verbunden, die bereits vor den Zwanziger Jahren populär gewesen sind. Dazu zählen insbesondere der Dadaismus und der Surrealismus. Die Dadaisten parodierten die Neue Sachlichkeit, und produzierten zahlreiche bizarre und irreale Werke, die außerdem das konventionelle Bürgertum der Weimarer Republik auf ironische Art und Weise beleuchteten. Dennoch war die Neue Sachlichkeit dominant. Kunst, Architektur, Film, Theater und zahlreiche andere Bereiche, beeinflussten sich gegenseitig stark. Besonders prägend war allerdings das Staatliche Bauhaus, welches 1919 von Walter Gropius in Weimar ins Leben gerufen wurde. Die Bauhaus-Künstler wollten das Kunsthandwerk, was immer mehr in Vergessenheit zu geraten schien, am Leben erhalten. Allerdings bedienten sie sich dabei den Vorzügen der industriellen Massenproduktion. Mit den maschinell gefertigten Bauteilen, wurde experimentiert, und zahlreiche Kunstrichtungen miteinander verbunden. Außerdem arbeiteten Künstler und Handwerker gemeinsam, um den "Bau der Zukunft" Wirklichkeit werden zu lassen. Der funktionale Stil des Bauhaus, hat sich in Architektur und Design bis in die Gegenwart gehalten, und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

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